Podium für Febvre und Karrierebestleistung für Karssemakers in der Türkei
Das Kawasaki Racing Team und Dixon Racing Team Kawasaki sammelten beim Großen Preis der Türkei starke Ergebnisse: Romain Febvre wurde Dritter der MXGP-Tageswertung, Pauls Jonass Fünfter. In der MX2 fuhr Kay Karssemakers mit Rang fünf sein bislang bestes Grand-Prix-Ergebnis ein. Zusätzlich beendete Bud Racing Kawasaki die EMX250-Saison mit einem perfekten Doppelsieg und sicherte Kawasaki den Herstellertitel.
MXGP: Febvre auf dem Podium, Jonass in den Top Fünf
Auf der schnellen und steinigen Strecke von Afyonkarahisar, die auf mehr als 1.000 Metern Höhe liegt und nur wenige Überholmöglichkeiten bot, zeigte Romain Febvre bereits am Samstag seine Geschwindigkeit. Der Franzose fuhr im Zeittraining die drittschnellste Runde und markierte im Qualifikationsrennen die schnellste Rennrunde. Da er vom Start weg auf Rang vier lag und seine geplanten Angriffe nicht entscheidend setzen konnte, beendete er das Rennen auf dieser Position. Pauls Jonass berührte in der ersten Runde das Hinterrad eines Konkurrenten und stürzte. Von weit hinten kämpfte er sich bis auf Rang neun zurück und sicherte sich damit noch zwei WM-Punkte.
Im ersten Grand-Prix-Lauf nutzte Febvre die ersten beiden Kurven für einen Vorstoß auf den vierten Platz. Anschließend suchte er 27 Minuten lang nach einer Möglichkeit, Rang drei zu übernehmen. Fünf Runden vor Schluss gelang der entscheidende Angriff; die beiden Führenden waren zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits außer Reichweite. So brachte Febvre Rang drei ins Ziel.
Der Start zum zweiten Lauf verlief für Febvre deutlich unruhiger. Zunächst nur Siebter, war er bereits in Runde drei wieder Vierter. Eine Runde später zog er am Ende der Boxengeraden an seinem Teamkollegen Jonass vorbei und übernahm Rang drei. Febvre hielt den Druck auf seinen direkten Rivalen in der Meisterschaft hoch, setzte sich in den letzten zehn Minuten ab und bestätigte mit zwei dritten Plätzen Rang drei in der Tageswertung sowie sein neuntes Podium der Saison. Zwei Grands Prix vor Saisonende vergrößerte er seinen Vorsprung im Kampf um WM-Silber auf 40 Punkte.
Romain Febvre: „Ich habe das Gefühl, dass ich um den Sieg kämpfen könnte, wenn ich vorne starten würde. Mit meinen Starts hier bin ich deshalb mit Rang drei zufrieden. [...] Gerade hier war der Start extrem wichtig, und die Ergebnisse zeigen nicht, was ich leisten kann. Positiv ist, dass es ein guter Tag für die Meisterschaft war.“
Jonass erwischte am Sonntag zwei solide Starts. Im ersten Lauf ging er als Siebter durch die erste Kurve, rückte noch in der ersten Runde auf Position sechs vor und behauptete diesen Platz bis ins Ziel. Im zweiten Rennen startete der Lette als Vierter und übernahm in Runde drei Rang drei. Nach dem Manöver seines Teamkollegen fuhr er kontrolliert auf Position fünf ins Ziel. Damit wurde Jonass Fünfter der Gesamtwertung - sein drittes Top-Fünf-Ergebnis der Saison - und festigte Platz zehn in der Weltmeisterschaft.
Pauls Jonass: „Es war ein guter Sonntag mit meinem dritten Top-Fünf-Ergebnis des Jahres. Das Tempo war schon gestern gut, aber der Sturz hat mich ein besseres Resultat gekostet. Heute hatte ich zwei gute Starts. Wir müssen noch etwas arbeiten, um bei den ersten vier zu bleiben. Mit meinem Fahren an diesem Wochenende war ich zufrieden, und es wäre schön, diesen Schwung in die letzten beiden Grands Prix mitzunehmen.“
MX2: Karrierebestleistung für Kay Karssemakers
Für Kay Karssemakers begann die Woche bereits mit einer wichtigen Weichenstellung: Der Niederländer verlängerte seinen Vertrag mit Dixon Racing Team Kawasaki für 2027, sein letztes Jahr in der MX2-Klasse. DRT und Kawasaki gehen damit in ihre 13. gemeinsame Saison; SWP Concrete Solutions wird zugleich neuer Titelsponsor des Teams. In der Türkei bestätigte Karssemakers das Vertrauen mit seinem bislang stärksten Grand-Prix-Ergebnis.
Im ersten Lauf wählte Karssemakers am Start die Außenlinie und kam als Achter aus der ersten Kurve. Mit schnellen Überholmanövern arbeitete er sich zunächst auf Rang fünf vor. Bei einem weiteren Angriff rutschte er jedoch zu Boden und fiel auf Position neun zurück. Der DRT-Pilot reagierte umgehend, eroberte Rang acht zurück und setzte den Siebtplatzierten unter Druck. Eine beim Sturz gelockerte Seitenverkleidung zwang ihn schließlich dazu, den achten Platz abzusichern.
Im zweiten Lauf kam Karssemakers im dichten Feld durch die zweite Kurve, fand sich auf Rang sieben wieder und war bereits am Ende der ersten Runde Sechster. In Runde zwei übernahm er Position fünf und folgte während der ersten Rennhälfte einem Titelanwärter auf Rang vier. Die Hitze und die Höhenlage sorgten zeitweise für Armpump, doch nach rund 25 Minuten fand Karssemakers wieder seinen Rhythmus, senkte seine Rundenzeiten und brachte Platz fünf sicher nach Hause. Mit den Laufresultaten acht und fünf erreichte er auch in der Tageswertung Rang fünf - sein persönliches Bestresultat in der MX2-Weltmeisterschaft.
Die in Afyonkarahisar gesammelten 29 Punkte sichern Karssemakers vor den beiden Schlussrunden Rang elf der Meisterschaft. Zum Einzug in die Top Ten fehlen ihm 35 Punkte. Teamchef Steve Dixon hob hervor, dass diese Resultate 2026 mit einem seriennahen Motorrad gegen starke Werkskonkurrenz erzielt wurden und das Ziel einer Top-Ten-Platzierung weiterhin erreichbar bleibt.
Kay Karssemakers: „Endlich zwei gute Läufe an einem Tag! [...] Im zweiten Rennen fühlte ich mich noch besser und konnte mich schnell von Rang sieben auf fünf verbessern. In der Mitte des Laufs bekam ich etwas Armpump, konnte zum Ende hin aber wieder zulegen. Zwei solide Rennen - jetzt freue ich mich auf China.“
EMX250: Perfekter Abschluss für Bud Racing Kawasaki
In der EMX250-Klasse rundeten Francisco Garcia und Jake Cannon das Wochenende mit einem makellosen Doppelerfolg für Bud Racing Kawasaki ab. Garcia, der den Fahrertitel bereits zwei Wochen zuvor gesichert hatte, startete am Samstag als Dritter, lag noch vor Ende der ersten Runde auf Rang zwei und übernahm in Runde zwei die Führung. Mit fünf Sekunden Vorsprung feierte er seinen 16. Laufsieg in 21 Starts. Cannon musste sich nach einem frühen Rückfall auf Rang vier wieder nach vorn arbeiten und sicherte drei Runden vor Schluss Platz zwei. Damit stand zugleich seine Bronzemedaille in der Meisterschaft fest.
Auch im zweiten Lauf am Sonntag ließen die beiden Kawasaki-Piloten nichts anbrennen. Garcia führte bereits in der zweiten Kurve, Cannon übernahm in der nächsten Kombination Rang zwei, und nach nur einer Runde betrug der Vorsprung des Duos bereits fünf Sekunden. Garcia fuhr seinen 17. Laufsieg bei 22 Starts sowie seinen siebten Gesamtsieg bei elf Saisonveranstaltungen ein; Cannon beendete den Grand Prix als Zweiter. Mit neun Laufsiegen aus zwölf Veranstaltungen - sieben durch Garcia und zwei durch Cannon - gewann Kawasaki auch die Herstellerwertung. Für Cannon war es das fünfte Podium der Saison.
Francisco Garcia: „Der Titel war bereits sicher, aber ich wollte die Saison wie ein wahrer Champion mit einem weiteren Sieg beenden. Einfach war die Saison nicht: Eine Woche vor Lommel habe ich mir einen Halswirbel gebrochen. [...] Dieses Wochenende war sehr emotional, weil damit zwei großartige Jahre mit allen bei Bud Kawasaki zu Ende gehen. Ich habe noch ein Rennen mit dem Team und möchte auch das genießen, bevor ich mit KRT den nächsten Schritt in die MX2-Weltmeisterschaft mache.“
Jake Cannon: „Es war mein zweites Jahr in dieser Klasse, und ich kann mit meinen Fortschritten zufrieden sein. In der ersten Saisonhälfte war ich sehr stark, bevor mich meine Fähigkeiten im Sand etwas zurückgeworfen haben. An diesem Wochenende bin ich aber stark zurückgekommen. [...] Ich habe das ganze Jahr alles gegeben und freue mich jetzt darauf, in der nächsten Saison um den Titel zu kämpfen.“
Ausblick auf die Schlussphase
Für die Kawasaki-Piloten richtet sich der Blick nun auf die letzten beiden Grands Prix der Saison. Febvre reist mit einem Polster von 40 Punkten im Kampf um den zweiten WM-Rang weiter, während Jonass seinen Platz in den Top Ten festigen möchte. Karssemakers nimmt nach seinem Karrierebestwert neuen Schwung mit nach China und hat die Top Ten der MX2-Gesamtwertung weiterhin im Visier.