MXGP + MX2: Drittes Podium in Folge für Romain Febvre in Großbritannien
Romain Febvre setzte seine starke Serie beim britischen Lauf der FIM Motocross-Weltmeisterschaft fort. Mit den Plätzen drei und zwei sicherte sich der Fahrer des Kawasaki Racing Team MXGP Rang zwei in der Tageswertung und verkürzte seinen Rückstand in der Weltmeisterschaft deutlich. Auch Courtney Duncan durfte jubeln: Die viermalige Weltmeisterin fuhr in der WMX erstmals in dieser Saison auf das Podium.
Febvre rückt im Titelkampf wieder näher
Bereits im Qualifikationsrennen am Samstag zeigte Romain Febvre seine starke Form. Nach einem guten Start reihte sich der Franzose zunächst auf Rang drei ein. Überholen gestaltete sich auf der zunehmend harten Strecke jedoch schwieriger als erwartet. In der Schlussphase arbeitete er sich auf den zweiten Platz vor und erreichte das Ziel nur etwas mehr als eine Sekunde hinter dem Sieger.
Im ersten MXGP-Lauf am Sonntag startete Febvre als Vierter. Die ersten vier Fahrer setzten sich frühzeitig vom übrigen Feld ab, doch aufgrund ihres ähnlich hohen Tempos ergaben sich zunächst kaum Möglichkeiten zum Überholen. Vier Runden vor Schluss gelang Febvre der Sprung auf Rang drei. Anschließend schloss er noch zum Zweitplatzierten auf, für einen weiteren Angriff reichte die verbleibende Zeit jedoch nicht mehr.
Auch im zweiten Rennen lag der Kawasaki-Pilot zunächst an vierter Position, rückte aber bereits innerhalb der ersten halben Runde auf Platz drei vor. Das Führungstrio setzte sich gemeinsam vom restlichen Feld ab. Nach rund 20 Minuten erhöhte Febvre den Druck und profitierte von einem Fehler des Fahrers vor ihm. In der Schlussphase kam er immer näher an den Führenden heran und begann die letzte Runde mit weniger als einer Sekunde Rückstand. Eine Gelegenheit zum Überholen bot sich jedoch nicht mehr.
Mit den Plätzen drei und zwei belegte Febvre den zweiten Gesamtrang und feierte damit sein drittes Podium in Folge. Da der WM-Führende ein schwieriges Wochenende erlebte, konnte der Titelverteidiger mit insgesamt 51 Punkten seinen Rückstand beinahe halbieren. Sieben Veranstaltungen stehen in dieser Saison noch aus.
Febvre zeigte sich nach dem Wochenende zufrieden mit seiner Entwicklung. Die Starts würden inzwischen besser funktionieren, sodass er von Beginn an mit der Spitze mithalten könne. Er fühle sich körperlich stark, fahre konstant und komme dem nächsten Laufsieg von Wochenende zu Wochenende näher.
Schwerer Sturz von Pauls Jonass
Für Febvres Teamkollegen Pauls Jonass verlief der Rennsonntag dagegen enttäuschend. Im ersten Lauf arbeitete sich der Lette zunächst in die Top Sechs vor. In der zweiten Runde geriet jedoch ein von einem vorausfahrenden Fahrer verschobener Streckenbegrenzungsblock direkt in seine Spur. Jonass stürzte und fiel bis auf Rang 22 zurück.
Trotz einer starken Aufholjagd kam er den ersten zehn Plätzen wieder nahe. Drei Runden vor Schluss berührte er in einer Spurrille jedoch das Hinterrad des späteren Zehntplatzierten und stürzte erneut. Mehr als Rang 17 war dadurch nicht mehr möglich.
Im zweiten Lauf kämpfte sich Jonass bereits während der ersten Runde von außerhalb der Top Ten auf den siebten Platz vor. Ein schwerer Sturz am Ende einer langen, steilen Abfahrt beendete sein Rennen jedoch vorzeitig. Der Kawasaki-Pilot musste noch an der Strecke medizinisch versorgt werden. Teammanager Antti Pyrhönen erklärte anschließend, die Situation sei weniger schlimm als zunächst befürchtet. Weitere Untersuchungen sollen in den kommenden Tagen Klarheit bringen. Bis dahin werde das Team von Tag zu Tag entscheiden. In der Gesamtwertung liegt Jonass weiterhin auf Rang zehn.
Wildcard-Pilot Taylor Hammal überzeugte unterdessen im ersten MXGP-Lauf des Tages. Der Fahrer von Dixon Racing Team Kawasaki hielt zeitweise den zehnten Platz und überquerte die Ziellinie schließlich als starker Elfter. Im zweiten Rennen wurde er bereits in der ersten Runde in einen Zwischenfall verwickelt und schied aus.
Karssemakers verpasst erneut ein Top-Ten-Ergebnis
In der MX2 erlebte Kay Karssemakers ein Wochenende mit Licht und Schatten. Der Niederländer startete im ersten Lauf aus dem Mittelfeld und wurde am ersten Messpunkt auf Rang 18 geführt. Bereits am Ende der ersten Runde hatte er sich jedoch auf Platz elf verbessert. Wenig später lag er an neunter Position, bevor seine Kawasaki zum Stillstand kam und ihn ein mögliches Top-Ten-Ergebnis kostete.
Im zweiten Lauf erwischte Karssemakers einen deutlich besseren Start und lag zwischenzeitlich auf Rang sieben. Nach rund 15 Minuten kostete ihn ein Zwischenfall vier Positionen. Der DRT-Kawasaki-Pilot kämpfte sich noch einmal auf Platz zehn zurück, wurde auf der vorletzten Runde jedoch auf Rang elf verdrängt. In der MX2-Weltmeisterschaft belegt er nun ebenfalls den elften Platz.
Erstes Saisonpodium für Courtney Duncan
Courtney Duncan feierte in der britischen Runde der FIM Frauen-Motocross-Weltmeisterschaft ihr bislang bestes Ergebnis der Saison. Nach einem schwierigen Start in den ersten Lauf wurde die Neuseeländerin am ersten Messpunkt nur auf Rang 16 geführt. Mit einer beeindruckenden Aufholjagd erreichte sie jedoch bereits am Ende der ersten Runde Platz vier.
Duncan rückte anschließend auf Rang drei vor und übernahm in der sechsten Runde den zweiten Platz. In der Schlussphase schloss sie trotz zahlreicher zu überrundender Fahrerinnen zur Führenden auf. Am Ende fehlte ihr lediglich eine Sekunde zum Laufsieg.
Im zweiten Rennen startete die viermalige Weltmeisterin direkt auf Rang drei. Nach einem zwischenzeitlichen Positionsverlust eroberte sie den dritten Platz in Runde vier zurück und verteidigte ihn bis ins Ziel. Mit den Plätzen zwei und drei wurde Duncan auch in der Gesamtwertung Dritte und stand damit erstmals in dieser Saison auf dem Podium.
Duncan wertete insbesondere den ersten Lauf als deutlichen Schritt in die richtige Richtung. Geschwindigkeit und Fitness seien wieder vorhanden gewesen. Sie sei noch nicht ganz auf ihrem früheren Niveau, befinde sich aber klar auf dem Weg dorthin. In der WMX-Weltmeisterschaft festigte die Kawasaki-Pilotin den dritten Tabellenplatz. Zwei Veranstaltungen vor Saisonende beträgt ihr Vorsprung auf Rang vier nun elf Punkte.