Kawasaki richtet „Team Green“ auf die neue WorldSPB-Klasse aus
Als erfolgreichster Hersteller der bisherigen WorldSSP300-Meisterschaft im WorldSBK-Paddock hätte die große Veränderung hin zur neuen FIM Sportbike World Championship (WorldSPB) im Jahr 2026 durchaus zu einer Veränderung von Kawasakis Engagement oder Einstellung gegenüber der jüngsten vollständigen Weltmeisterschaft führen können. Tatsächlich investiert Kawasaki jedoch mit großer Begeisterung in die Unterstützung der WorldSPB, insbesondere über drei seiner wichtigsten Teams aus der WorldSSP300-Ära.
Neue WorldSPB-Klasse mit klarer Ausrichtung
Nachdem klar geworden war, dass die bisherige WorldSSP300-Kategorie ihre wichtigsten Ziele erreicht hatte, blieb eine zentrale Grundlage der neuen WorldSPB-Klasse bestehen: Serienmotorräder mit größerem Hubraum als Einstiegsklasse innerhalb des gesamten WorldSBK-Paddocks einzusetzen.
Theoretisch sollte die WorldSPB dadurch auch einer größeren Anzahl an Herstellern die Teilnahme ermöglichen. Tatsächlich engagieren sich bereits sechs Hersteller vollständig in der neuen Klasse – zwei mehr als zuvor in der WorldSSP300. Zusätzlich konnte bereits beim Saisonauftakt ein siebter Hersteller mit einer Wildcard Punkte erzielen.
Entscheidend ist außerdem, dass die größeren Hubräume der WorldSPB-Motorräder – alle mit einer Leistungsobergrenze von rund 90 PS – eine direktere Verbindung zur WorldSSP- und letztlich auch zur WorldSBK-Klasse schaffen.
Bereits früh im Entwicklungsprozess der neuen Meisterschaft erkannte Kawasaki, dass die WorldSPB ein ideales Werkzeug darstellen würde, um die bekannte „Team Green“-Philosophie weiter auszubauen. Dabei geht es nicht nur darum, junge Fahrer und ambitionierte Teams im Motorradsport zu fördern, sondern ihnen gleichzeitig eine klare Struktur und einen Weg in höhere Meisterschaften zu bieten – gemeinsam mit Kawasaki.
Zusätzlich sind die Teams an jedem Rennwochenende direkt in die Hospitality des Kawasaki WorldSBK Teams integriert und profitieren vom täglichen Kontakt mit Jeremy Alcoba, Dominique Aegerter und Garrett Gerloff.
Erfolgreiche Teams und starke Grundlagen
Drei von Kawasakis erfolgreichsten Teams – sowie einige ihrer bisherigen Fahrer aus der WorldSSP300-Klasse – sind nicht nur gemeinsam in die neue WorldSPB gewechselt, sondern vollständig in die Team-Green-Struktur integriert.
Kawasaki verfügt über eine außergewöhnliche Erfolgsbilanz in der WorldSSP300-Meisterschaft und gewann sieben von insgesamt neun möglichen Hersteller-Titeln. Fahrer wie Ana Carrasco, Manuel Gonzalez, Jeffrey Buis und Adrian Huertas gewannen ihre Meisterschaften auf Kawasaki Ninja 400 Maschinen.
Das von Kawasaki in der WorldSPB eingesetzte Motorrad ist die Ninja ZX-6R 636. Sie gilt sowohl hinsichtlich des Basismodells als auch der Kosten für den Umbau zum Rennmotorrad als besonders zugängliche Option.
Eines der ehemaligen WorldSSP300- und heutigen WorldSPB-Teams ist MTM Kawasaki unter Leitung von Ludo Van der Veken. Loris Veneman konnte in dieser Saison bereits ein Rennen gewinnen, während Neuzugang Xavi Artigas bereits auf dem Podium stand.
Das italienische Team ProDina Kawasaki XCI führt aktuell die WorldSPB-Meisterschaft an. David Salvador führt derzeit die Fahrerwertung an, während Teamkollege Antonio Torres beim Saisonauftakt in Portimao Geschichte schrieb und das erste Rennen der neuen WorldSPB-Klasse gewann.
Das Kawasaki-unterstützte Deza-Box 77 Racing Team setzt in der WorldSPB auf Jose Osuna und Nachwuchstalent Alvaro Fuertes. Ebenfalls in der Meisterschaft vertreten sind Juan Risueno und Julian Correa vom Team Pons Motosport Italika Racing.
Positive Resonanz auf die neue Meisterschaft
Die reguläre Teilnehmerliste der WorldSPB zeigt bereits früh das große Vertrauen von Fahrern, Teams und Herstellern in die neue Klasse. Mehr als 30 Fahrer und sieben Hersteller sind bereits 2026 in der Meisterschaft vertreten – und alle konnten bislang WM-Punkte erzielen.
Ludo Van der Veken erklärte: „Wir waren in der 300er-Klasse sehr erfolgreich und nach all den Jahren bestand der Wunsch nach einer neuen Herausforderung. Der Wechsel bedeutete viel Arbeit und Anpassungen, besonders im Bereich Elektronik.“
Riccardo Drisaldi von Team ProDina Kawasaki XCI ergänzte, dass die neue Meisterschaft besonders spannend sei, weil dort Motorräder eingesetzt würden, die aktuell sehr beliebt seien und junge Fans ansprechen.
Andrea Sibaja vom Deza-Box 77 Racing Team Kawasaki betonte insbesondere die enge Zusammenarbeit und Unterstützung durch Kawasaki als wichtigen Faktor.
Steve Guttridge, Race Planning Manager bei Kawasaki Motors Europe, erklärte zudem, dass die WorldSPB perfekt zur Team-Green-Philosophie passe und jungen Fahrern einen klaren Weg Richtung Supersport und Superbike ermögliche.
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