MXGP & MX2: Valin feiert ersten GP-Sieg – Febvre verteidigt MXGP-WM-Rang drei
Das Kawasaki Racing Team erlebte beim siebten Lauf der FIM Motocross-Weltmeisterschaft in Teutschenthal ein Wochenende mit wichtigen Meisterschaftspunkten in der MXGP-Klasse und einem historischen Erfolg in der MX2. Während Romain Febvre seinen dritten Rang in der MXGP-Gesamtwertung behauptete, feierte Mathis Valin seinen ersten Grand-Prix-Sieg überhaupt und bescherte gleichzeitig dem KX250-SR-Projekt den ersten GP-Erfolg in dessen erst zweiter Saison.
Febvre verteidigt Rang drei der Meisterschaft
Mit einem vollen Starterfeld von vierzig Fahrern entschied sich Romain Febvre im ersten MXGP-Lauf für Startplatz drei am Gatter, um mit einer weiteren Linie in die erste Kurve einzubiegen. Der Plan ging jedoch nicht auf, als der Franzose auf dem nassen Metallgitter nicht den gewünschten Vortrieb fand und sich nach dem Start zunächst nur auf Rang sechs einsortieren konnte.
Bis zur vierten Runde hatte sich der amtierende Weltmeister bereits auf Platz vier nach vorne gearbeitet. Die tiefen Spurrillen, die nach den heftigen Regenfällen entstanden waren, erschwerten jedoch weitere Angriffe. Nach einem Zwischenfall im Duell mit einem Konkurrenten stürzte Febvre und fiel bis auf Rang siebzehn zurück.
Im zweiten Lauf nutzte der Kawasaki-Pilot den inneren Startplatz, den er sich als Pole-Setter gesichert hatte. Nach den ersten Kurven lag er bereits auf Rang vier und hielt diese Position über weite Strecken des Rennens. Nach zwanzig Minuten erhöhte er den Druck auf den Drittplatzierten und schloss mehrfach auf. Zwei Runden vor Schluss kam es erneut zu einem Zwischenfall, doch Febvre kämpfte sich nochmals heran und beendete den Lauf auf Rang vier.
Trotz der Enttäuschung über das Ergebnis des ersten Laufs konnte der Franzose seinen dritten Platz in der MXGP-Weltmeisterschaft weiter festigen.
Romain Febvre: „Als ich im ersten Lauf mit Fernandez um Platz drei gekämpft habe, kam Renaux neben mich und ich habe einen kleinen Fehler gemacht. Dabei bin ich gestürzt. Meine Kupplung war beschädigt und es war schwierig, das Motorrad wieder zu starten, wodurch ich viele Positionen verloren habe.
Im zweiten Lauf war ich stark unterwegs, aber ich war zur falschen Zeit am falschen Ort, als Adamo einen Fehler gemacht hat. Dabei hat er mein Vorderrad getroffen, als ich kurz davor war, ihn zu überholen. Danach hatte ich alleine ein sehr gutes Tempo und konnte wieder zu ihm aufschließen, aber es gab keine Möglichkeit zum Überholen. Ich bin weiterhin Dritter der Meisterschaft, aber natürlich etwas enttäuscht. Heute hätte ich viele Punkte gutmachen können.“
Erster GP-Sieg für Valin und die KX250-SR
In der MX2-Klasse schrieb Mathis Valin Kawasaki-Geschichte. Der junge Franzose sicherte sich mit den Platzierungen zwei und eins seinen ersten Grand-Prix-Sieg und gleichzeitig den ersten GP-Erfolg für die KX250-SR.
Nach den starken Regenfällen zur Mittagszeit präsentierte sich die Strecke im ersten Lauf schwer und tief ausgefahren. Valin erwischte einen hervorragenden Start und kam als einer der Führenden aus der ersten Kurve. Schnell setzte er sich auf Rang zwei fest und baute seinen Vorsprung auf den Drittplatzierten kontinuierlich aus. Im Ziel fehlten ihm lediglich fünf Sekunden auf den Laufsieg, während er seinerseits 28 Sekunden Vorsprung auf Rang drei herausfahren konnte.
Leichter Regen setzte auch vor dem zweiten Lauf wieder ein. Nachdem die Streckenposten die Strecke zwischen den Rennen bearbeitet hatten, blieben die Bedingungen zwar anspruchsvoll, waren aber etwas konstanter als zuvor. Erneut verpasste Valin den Holeshot nur knapp. Bereits in der vierten Runde begann der Kawasaki-Pilot Druck auf den Führenden auszuüben und zwang diesen schließlich zu einem Fehler. Nach der Übernahme der Spitze kontrollierte Valin das Rennen souverän. Auf der rutschigen Strecke vermied er unnötige Risiken und hielt gleichzeitig ein Tempo, das seinem Verfolger keine Chance ließ, ernsthaft anzugreifen.
Mit den Ergebnissen 2-1 sicherte sich der Franzose seinen ersten Grand-Prix-Sieg und festigte gleichzeitig seinen sechsten Rang in der MX2-Weltmeisterschaft.
Mathis Valin: „Endlich mein erster GP-Sieg! Ich habe mehrere Wochen auf diesen Moment gewartet, aber nach meiner Schulterverletzung hat es etwas Zeit gebraucht. Nach zwei Podiumsplätzen in Folge fühlt es sich großartig an, endlich ganz oben auf dem Podest zu stehen – für mich und für das Team.
Die Strecke war heute wirklich extrem anspruchsvoll. Im Fernsehen konnte man wahrscheinlich nicht erkennen, wie tief die Spurrillen tatsächlich waren. Schon im ersten Lauf hatte ich ein gutes Gefühl und konnte Sascha bis zum Schluss verfolgen. Im zweiten Lauf habe ich begonnen, Druck aufzubauen und er ist gestürzt. Als ich die Führung übernommen hatte, wusste ich, dass ich sehr technisch fahren musste, und das ist mir gelungen. Natürlich habe ich ein paar kleine Fehler gemacht, aber das war unvermeidlich. Es war das erste Mal seit längerer Zeit, dass ich an einem Sonntag ein Rennen angeführt habe, aber ich bin ruhig geblieben. Jetzt möchte ich das so schnell wie möglich wiederholen.
Wir haben als Team hart gearbeitet und werden das auch weiterhin tun. Das Ziel ist es, jedes Wochenende auf dem Podium zu stehen. Ich fühle mich wohl auf dem Motorrad, meine Starts sind konstant und jeder im Team macht einen großartigen Job.“
Pyrhönen würdigt den ersten MX2-Erfolg
Antti Pyrhönen (KRT Team Manager): „Dieser Sieg fühlt sich besonders gut an. Es ist der erste Grand-Prix-Sieg des MX2-Projekts in erst dessen zweiter Saison und wir sind seit Beginn Teil dieses Projekts. Es fühlt sich wie ein langer Weg an, obwohl es erst zwei Jahre sind.
Bei solchen Projekten muss man immer weiterarbeiten und das Motorrad kontinuierlich entwickeln. Manchmal macht man zwei Schritte nach vorne und einen zurück, aber genau das macht es so spannend. Ich möchte allen danken, die unzählige Stunden investiert haben – dem gesamten Team, den Mitarbeitern im Werk und natürlich Mathis für seine Arbeitsmoral sowie seinem Trainer Thierry van den Bosch und seiner Freundin Lili Dasse.
Nach den Podiumsplätzen der vergangenen beiden Veranstaltungen hatten wir das Gefühl, dass dieser Moment näher rückt. Aber bis es tatsächlich passiert, weiß man es nie. Mathis ist ein außergewöhnlicher Fahrer und ein großes Talent. Er ist nach seinen Verletzungen stark zurückgekommen und die harte Arbeit zahlt sich jetzt aus.“